Die Basilika in Pelpin, der wichtigste Teil des Zisterzienser-Kathedrale-Komplexes, ist ein unschätzbares religiöses Denkmal. Das Gebäude ist einer der größten Backsteingotik-Kirchen in Polen und gleichzeitig eine der perfektesten Ausführungen der Ideale der Zisterzienser-Architektur. Die Aufeinanderfolgende Bauherren hielten konsequent die Harmonie von Linien und Proportionen aufrecht und schufen ein monumentales Gebäude, wobei gleichzeitig sein bescheidener und einfacher Stil beibehalten wurde.
Die Schönheit dieser Harmonie spiegelt sich im gesamten Inneren der Basilika wider und trifft besonders auf einen der schönsten Sakralräume Polens, den nördlichen Arm des Querschiffs (Kapelle des Allerheiligsten Sakraments), der mit einem prächtigen Kristallgewölbe gekrönt ist.
Die Basilika kann jedoch nicht mit der zisterziensischen Architektur assoziiert werden. Seit Jahrhunderten bereicherte der Orden die Basilika mit wertvollen Kunstwerken – die Kirche birgt unter anderem den schönen manieristischen Hauptaltar, den größten in Polen und einen der größten in Europa, ihre Innenräume sind mit Gestühlen aus der Gotik und der Renaissance sowie mit Barockaltären mit den einzigartigen Gemälden großer Meister geschmückt: Herman Han, Bartłomiej Strobl und Andrzej Stech.
Die Basilika sollte daher als eine der größten Errungenschaften der gotischen Architektur, die den Reichtum der Werke vieler Jahrhunderte sakraler Kunst verbirgt, ein attraktiver Punkt auf der touristischen Landkarte Pommerns sein und sie soll nicht nur Pilger, sondern auch alle an den kulturellen Errungenschaften der Region und des Landes und sogar Europa Interessierten anlocken (insbesondere wegen der europäischen Backsteingotik). Leider ist die Situation dem Rang dieses Ortes völlig unangemessen – der Dom empfängt nur über ein Dutzend tausend Besucher pro Jahr, außerdem nimmt diese Zahl ständig ab – im Jahr 2015 waren es nur 13.000 Menschen.
Als Abhilfe wurde das vom Ministerium für Kultur und nationales Erbe aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanzierte Projekt „Dombasilika in Pelplin – Sanierung und Zugang zu neuen Ausstellungsflächen“ erarbeitet. Sein vorrangiges Ziel sind der Schutz und die Entwicklung des kulturellen Erbes in der Basilika, indem das Potenzial der in Polen und Europa einzigartigen Einrichtung voll ausgeschöpft wird. Das groß angelegte Vorhaben konzentrierte sich auf zwei Hauptbereiche: die grundlegende Renovierung der Kirche (Renovierung der Außenmauern sowie Modernisierung des Entwässerungssystems und die Bewirtschaftung des Geländes, Renovierung des Daches und seines Fachwerks und des Turms sowie schließlich die Modernisierung der Elektroinstallation, die die Schaffung einer neuen, besseren Beleuchtung ermöglicht) und die Attraktivität des Angebots für Touristen erhöht (Schaffung neuer Ausstellungsflächen auf dem Dachboden mit Zugang zu zuvor enthüllten technischen Denkmälern, Modernisierung der Besichtigungsformen sowie Renovierung weiterer beweglicher Denkmäler).