Rokoko- und Neorokoko-Beichtstühle

Vier in den Gängen stehende Rokoko-Beichtstühle wurden nach 1750 angefertigt und waren die letzte Zisterzienser-Stiftung in der Basilika. Vier weitere wurden im neunzehnten Jahrhundert nach dem Vorbild der früheren geschaffen und wiederholten sowohl ihr ikonografisches Programm als auch ihre Verzierungen. Sie sind alle schwarz, gleichzeitig reich mit Gold und mit Muschel-, Blumen- und Engelskopfmotiven verziert. Was die einen von den anderen unterscheidet, ist ihre Gestalt – die Form der Neo-Rokoko-Kopien ist einfacher und steifer als ihre freieren und weicheren Prototypen.

Unter der ikonographischen Hinsicht kopieren die Beichtstühle des 19. Jahrhunderts genau die Motive der Rokoko-Originale – alle sind mit Emblemen bekrönt, die ein geschnitztes, polychromes und vergoldetes Bild eines großen Sünders zeigen, der, nachdem er konvertiert war, zu einem Heiligen wurde. Sie sind der Reihe nach: der hl. Petrus mit den Schlüsseln zum Paradies und einem Hahn auf der Säule (Symbole seiner Heiligkeit und seiner Sünde - der Verleugnung Christi), der kniende König David (der Bathseba verführte und ihren Ehemann tötete) mit einer Harfe an den Knien (Symbol seiner Psalmen), Maria Magdalena (eine bekehrte Sünderin, die durch Buße gereinigt wurde und ein neues, heiliges Leben führt) und ein guter Bösewicht Dyzma (seine Bekehrung wird durch die Reliefschnüre symbolisiert, die er an das Kreuz gebunden hat). An den Türen der Beichtväter wurden dieselbe Allegorie der Reue angebracht: das Herz auf dem Amboss, geformt vom Hammer des göttlichen Schmieds, ein Mühlstein, der die Verhärtung der Herzen zermalmt, ein Junge (Symbol Jesu), der seine Sünden in Form von Schlangen aus seinem Herzen fegt, und schließlich der Junge, der seine Sünden mit dem Laternenlicht aus seinem Herzen treibt.

Sechs von acht schwankenden Beichtstühlen sind Gegenstand des Projekts „Die Dombasilika in Pelplin – Sanierung und Eröffnung neuer Ausstellungsräume“. Sie werden systematisch Erhaltungsmaßnahmen unterzogen, die voraussichtlich im dritten Quartal 2020 enden werden.

Rokoko- und Neorokoko-Beichtstühle
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